Rezensionen

Irgendland von Geertje Boeden

Titel: Irgendland: Märchenroman in 94 Bildern
Autorin: Geertje Boeden
Verlag: Selfpublish (Rezensionsexemplar)
Seitenzahl: 276 Seiten
Erscheinungsdatum: 11.06.2018

Märchenhafte Bilder zum Nachdenken, im Stil von „Alice im Wunderland“

Muss man alles zerdenken oder sollte man fühlen und treiben?

„Irgendland“ – viele Farben in verwaschener Form auf einem Kolibri. Das ist der Blickfang des Covers.
Und neben dem Titel machte eben auch dieses Cover neugierig. Dann geht es im Klappentext auch noch sehr märchenhaft zu und schon hat man mich. Und so habe ich mich auf die Reise begeben. Auf die Reise durch 94 Bilder, die märchenhaft, farbenfroh und sehr deutungsreich geschrieben wurden. Ich glaube jeder Leser kann etwas Anderes aus den einzelnen Bildern schließen und sich so ein Bild vom Irgendland machen.
Wir lernen im ersten Abschnitt die wichtigsten Personen kennen, die selbst noch gar nicht wissen, dass sie sich miteinander und mit dem Leser auf eine Reise begeben. So haben wir ein Mädchen, einen Philosophen, einen sehr traurigen kleinen Mann und einen Specht, die wir auf ihrer Reise und zudem ihrer Entwicklung begleiten. Anfangs ist alles noch sehr allgemein, denn jeder könnte sich in einem der Charaktere wiederfinden oder vielleicht jemanden kennen, der solch ein Verhalten an den Tag legt. Und dann wird es genauer, denn wir blicken genauer hin, denn das Mädchen hat ein Ziel. Sie möchte ihre Mutter aus dem Schlaf zurückholen und das Mittel dafür findet sie wohl nur im Irgendland. So entsteht eine fantastische Welt, die alle vor schwierige Aufgaben stellt. Hin und wieder musste ich ein bisschen an „Alice im Wunderland“ denken und doch ist dieses Buch etwas ganz eigenes und Besonderes. Es gibt Bilder, die einen zum Nachdenken anregen. Dann wieder Bilder, die einem zum Schmunzeln bringen. Aber auch Bilder, die mich träumen ließen. Auch wurden Gefühle bei mir ausgelöst und ich habe mit den Figuren mitgefiebert. Manchmal habe ich die Bilder aber auch nicht verstanden und habe sie dann zum Glück einfach auf mich wirken lassen, denn so war es eine viel buntere Geschichte. Man sollte sie nicht zerlesen.
Zudem gab es etwas sehr Tolles für mich. Als Opernfan fand ich die Einschübe und kleinen Andeutungen von Arien oder Liedern aus Musical und Oper sehr amüsant und meist auch passend, so dass ich einen kleinen Soundtrack im Ohr hatte. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Auch war der Schreibstil etwas Besonderes. Eine sehr bildliche Sprache mit neuen Wörtern, die die märchenhafte und auch so irgendwie seltsame Situation nur noch deutlicher machte. Manchmal war die Autorin aber auch sehr grausam zu ihren Charakteren, denn sie hatten es wirklich nicht leicht mit dem Lernen und wurden oft an ihre Grenzen gebracht. Wie konnte sie nur?
Dennoch war ich sehr traurig, als die 94 Bilder ein Ende hatten und die Geschichte wirkte noch etwas in meinem Kopf nach, denn ich wollte sie einfach zerdenken. Doch kann man das? Etwas aus dem Irgendland ganz genau verstehen?

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