Autoreninterviews Puppet's Bookish Weekend

Puppet’s Bookish Weekend mit Andrea Schrader Teil I

Werbung / Puppet’s Bookish Weekend / mit Andrea Schrader

Es ist wieder Samstag und somit habe ich etwas Gebäck und Tee da, denn heute habe ich Andrea Schrader zu mir eingeladen.
Auf meinem Interview-Sofa werden wir heute in Welten tauchen, wo Leute zeitlos sind und keinen Regen spüren oder wo Kinder schon immer von ihrem Schicksal wissen, dass sie jemanden vor Engel und Dämonen beschützen sollen.

Aber fangen wir doch an, denn Andrea ist da!


Herzlich willkommen auf dem Interview-Sofa von „Puppet’s Bookish Weekend“! Liebe Andrea mache es dir bequem und fühle dich wie zu Hause. Oder lieber doch nicht? Man weiß es nicht.
Aber Spaß bei Seite. Ich würde sagen, dass wir einfach anfangen?

Was sollten denn die lieben Leser über dich wissen? Wer ist Andrea Schrader, wo kommt Sie her, was macht Sie und warum sollte man Ihren Namen vielleicht schon das ein oder andere Mal gehört haben?
Gebürtig komme ich aus Einbeck, einer Kleinstadt in Niedersachsen. Im Herzen werde ich auch immer Einbeckerin bleiben, aber die Liebe hat mich in die Lutherstadt Wittenberg gezogen. Nach einem Studium der Sozialwissenschaften, verschiedenen Jobs in Textagenturen und einem Volontariat bei der Leipziger volkszeitung bin ich jetzt bei einer Versandapotheke als Online-Redakteurin in Teilzeit gelandet. Allerdings lebe und arbeite ich hier in Wittenberg mit einem neuen Nachnamen, da ich geheiratet habe. Andrea Schrader ist mein Mädchenname, den ich nur noch im Zuge meines Autorenlebens benutze. Wer meine Bücher nicht kennt, hat meinen Namen vielleicht schon im Zusammenhang mit 9lesen gehört. Die Lesereihe habe ich zusammen mit Jana Tomy zur Leipziger Buchmesse 2018 gegründet.

Ich bin ja im vergangenen Jahr auf dich und den Verlag „Schruf + Stipetic“ gestoßen, als ich an einer Leserunde auf Lovelybooks teilgenommen habe. Denn dort durfte ich dein Buch „Die Boten des Schicksals – Die Legende“ lesen und fand es wirklich spannend. Aber das war ja nicht dein erstes Buch. Wie fing denn deine Karriere als Autorin an?
Richtig angefangen hat sie, als ich meinem Mann, damals noch mein Freund, gestand, dass ich eigentlich schon seit Jahren ein fertiges Manuskript auf dem PC liegen habe und ich davon träume, es irgendwann einmal zu veröffentlichen. Er war es dann, der mich dazu drängte, es endlich aus der Hand zu geben, damit der Traum wahr werden konnte.

Was hat dich denn zum Schreiben gebracht? War das schon ziemlich zeitig bei dir zu sehen, dass da vielleicht mal das ein oder andere Buch aus deiner Feder erscheinen wird oder hat sich das erst später ergeben? Hast du vielleicht sogar jemanden in deiner Familie, der dich da geprägt hat?
Ich erinnere mich, dass ich noch in der Grundschule Anfänge von Geschichten in ein Notizbuch geschrieben habe. Eine Geschichte sollte eine Schatzsucher-Geschichte zu Pferde werden. Allerdings wollte ich damals noch nicht Autorin werden, sondern Tierärztin – der Wunsch wandelte sich erst ungefähr in der siebten oder achten Klasse. Eine Klassenkameradin wurde zu meiner besten Freundin, zeigte mir die Welt der Fanfictions und wie viel Spaß es machte, selbst eine zu schreiben. Von dort war es nicht mehr weit, bis mein Wunsch, eigene Geschichten zu schreiben, entstand.

Dann habe ich ja den Verlag „Schruf + Stipetic“ angesprochen, wie bist du denn da gelandet?
Per Zufall – ich habe mich mit dem Manuskript zu „Spür den Regen“ bei der damals noch ganz neuen Veranstaltung „Speeddating zwischen Verlagen und Autoren“ auf der Leipziger Buchmesse beworben. Ich bekam insgesamt drei Zeitslots, um mein Manuskript vorzustellen, einer davon war bei „Schruf + Stipetic“ . Anscheinend hatte ich sie da überzeugt – nach Sichtung des gesamten Manuskripts haben sie mir einen Verlagsvertrag angeboten, den ich gern angenommen habe.

Du hattest am Anfang ja das Buch „Die Freiheit der Highlands“. Dieses ist, wenn ich richtig informiert bin ja über Selfpublish auf den Buchmarkt gekommen. Wie ist denn dann deine Sicht über Vorteile und Nachteile eines Verlages oder eben auch des Selfpublishings. Was gefällt dir selbst besser?
Ich wollte immer Verlagsautorin sein. Als ich den Plan hatte, mir einen Verlag zu suchen, habe ich meine Kurzgeschichtensammlung im Selfpublishing herausgebracht, damit ich den Verlagen zeigen konnte, dass ich gelesen werde. Eigentlich hatte ich nie vor, diese Sammlung zu veröffentlichen – ich hatte sie für die beste Schulfreundin geschrieben, die mich zum Schreiben gebracht hat. Im Vergleich kann ich auch nur sagen, dass ich, wenn ich die Wahl habe, immer wieder zu einem Verlag gehen werde. Es gefällt mir besser, Profis dabei zu haben, die mich bei der Veröffentlichung unterstützen, statt alles allein organisieren zu müssen.

Hin und wieder gibt es ja auch so schwarze Schafe überall und nun gab es wohl leider auch in der Szene der Kleinverlage so ein Beispiel. Wie sind deine eigenen Erfahrungen? Ich habe zum Beispiel mit „Schruf + Stipetic“ ein wirklich bezauberndes, nettes und hilfsbereites Team kennengelernt. Geht es dir da ähnlich?
Ja! Der Verlag war die beste Entscheidung für meine ersten Schritte als veröffentlichte Autorin, ich habe meine Manuskripte gern in die Hände des Teams gelegt.

So nun aber zu deinen Büchern. „Spür den Regen“ sieht vom Cover schon unglaublich spannend aus und dann dachte ich mir, lese ich doch mal rein. Bisher bin ich noch nicht fertig, aber die Thematik klingt wirklich spannend. Magst du kurz mit eigenen Worten beschreiben, was den Leser erwartet?
Der Leser begleitet Thaila auf ihrer Reise zu sich selbst. Sie versucht, eine Heilung zu finden für ihre Seele. Sie glaubt, wenn sie nur den Regen spüren kann, wäre alles wieder gut – sie ist eine Kantálin und neben der Zeitlosigkeit können diese Wesen auch keine Nässe spüren. Gleichzeitig ist aber auch eine Armee auf der Jagd nach „widernatürlichen“ Wesen wie den Kantálin, sodass Thaila bald merkt, dass sie nicht nur sich selbst retten muss.

Dann interessiert mich natürlich, wie du auf die Idee zu der Geschichte gekommen bist. Gab es da eine bestimmte Situation, die den Ausschlag gab oder war es eher ein schleichender Prozess?
Ja, die ausschlagebende Situation gab es: ich habe nach der Schule im Regen darauf gewartet, von meiner Mutter abgeholt zu werden und dabei habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, im Regen zu stehen, ohne etwas zu spüren. Kaum war ich zu Hause, habe ich mich an den PC gesetzt und den Anfang des Buchs heruntergeschrieben.

Und natürlich interessiert es mich: Wie stehst du selbst zum Regen? Ich finde ihn toll und stelle mich gerade an ziemlich schrecklichen Tagen, an denen ich die ganze Welt auf den Mond schießen könnte gern in den Regen und lasse das kühle Nass mein erhitztes Gemüt beruhigen. Wie ist das bei dir?
Ich mag Regen! Ich finde einerseits das Geräusch von Regentropfen ungemein entspannend und andererseits liebe ich es auch, durch Pfützen zu springen. Ich bin früher wahnsinnig gern mit unserem Hund auf Regenspaziergänge gegangen. Vor allem Mairegen fand ich als Kind toll, der soll einem ja, laut einer Bauernweisheit, beim Wachsen helfen.

Dann habe ich ja „Die Boten des Schicksals“ angesprochen. Da würde ich dich auch bitten kurz mit deinen Worten zu schildern, was den Leser hier erwartet.
Die vier Boten des Schicksals stehen die vier Reitern der Apokalypse gegenüber. Das besondere dabei ist, dass die Boten und deren Familien von Geburt an wissen, dass sie die Boten sind und deswegen auch entsprechend ausgebildet werden. Es gibt also keinen großen Oh-mein-Gott-ich-bin-was-Besonderes-Moment, es ist von Beginn an Teil ihrer Persönlichkeit. Die Boten müssen die Engel und Dämonen daran hindern, die Apokalypse auszulösen, indem sie einerseits die Reiter davor beschützen, erweckt zu werden oder sie im Falle der Erweckung umbringen. Keine leichte Aufgabe, es bleibt abzuwarten, wie gut die Boten sie meistern.

Da habe ich ja den ersten Teil gelesen und weiß, dass es wohl auch bald etwas Neues aus der Reihe geben soll. Wie viele Teile sollen es denn im Endeffekt werden und wann darf ich denn die Fortsetzung in den Händen halten? Steht da schon etwas fest?
Die Boten des Schicksals werden insgesamt eine Trilogie werden. Gerade warte ich auf das Lektorat vom zweiten Band – ich hoffe, dass wir das zweite Buch bis zur Leipziger Buchmesse 2020 veröffentlichen können. Fertig geschrieben ist die gesamte Trilogie übrigens schon.

Auch hier interessiert mich natürlich, wie die Idee zu der Geschichte bei dir entstanden ist. Hier sind es ja wirklich sehr verschiedene Charaktere, haben diese es dir schwer gemacht ihre Geschichte aufs Papier zu bringen und du musstest Umwege gehen oder sind eine Charaktere da relativ entspannt?
Die Geschichte ist an sich recht witzig: Mit der schon erwähnten Schulfreundin habe ich zu einem Anime eine FanFiction geschrieben. Die war irgendwann fertig und ich hab es nie über mich gebracht, die Geschichte zu löschen, sie hat also diverse PC-Umzüge mitgemacht. Ich hatte immer das Gefühl, dass da mehr dahintersteckt, dass ich die Geschichte vom Anime lösen und etwas eigenständiges daraus machen kann. Dann saß ich in einem Jahr abends auf einem Mittelaltermarkt und habe mir eine Feuershow angeschaut, bei der die vier Reiter der Apokalypse eine Rolle spielten. In meinem Kopf machte es da plötzlich „Klick!“ und ich wusste, wie ich die Geschichte neu aufbauen konnte. Nach wochenlangen, sommerlichen Balkon-Gesprächen mit meinem Mann war klar, dass die Idee funktioniert und ich habe angefangen, die FanFiction neu zu schreiben. Der Vorteil war, dass die Charaktere schon standen mit ihren Eigenheiten. Ich musste sie nur in ein etwas neues Setting setzen und das haben sie alle echt gut mitgemacht.

Dann weiß ich ja, dass du bald in deiner kleinen Familie Zuwachs bekommst. Gibt es da noch so etwas wie „den perfekten Schreibtag“? Gab es den vorher? Oder ist das eher so ein Wunschdenken, dass man mal wirklich einen ganzen Tag nur für sich, seine Charaktere und seine Welt hat, die man da auf das Papier bringen möchte?
Leider nicht. Ich bin gespannt, ob ich in der Elternzeit zum Schreiben kommen werde. Der Plan ist, dass ich nach der Elternzeit Stunden reduziere, um zweimal in der Woche mittags Zeit für mein Autorenleben zu haben. Das würde mir schon vollkommen reichen, um endlich wieder in meine Welten und zu meinen Charakteren abtauchen zu können.

Wenn ich dir eine Wunderlampe geben würde und du dem Dschinn nun drei Wünsche abluchsen könntest, was würdest du dir wünschen? Und ich rede jetzt nicht von Weltfrieden und Gesundheit für alle, sonst wirklich etwas, was du dir wünscht!
Uff – wenn Weltfrieden etc. herausfällt, dann wünsche ich mir die Möglichkeit, einmal im Jahr einen Schreiburlaub zu machen. Außerdem hätte ich gern ein Schreibcafé, das am besten so cool ist wie das Luke’s aus Gilmore Girls. Und eine Buch-Flatrate beim örtlichen Buchhändler wäre auch toll.

Gibt es eigentlich ein Genre in dem du liebend gern noch ein Buch veröffentlichen möchtest? Und gibt es ein Genre in dem wir niemals ein Buch von dir lesen werden?
In meinem Kopf schwirrt die Idee von einem Roadtrip-Buch herum. Vielleicht probiere ich mich daran doch mal. Und Thriller oder Krimi werde ich wohl nie schreiben – da verzettel ich mich bestimmt nur und weiß am Ende selbst nicht, wer jetzt der Schuldige ist.

Ach ja, ich merke gerade, ich könnte dich noch stundenlang weiterbefragen, aber vielleicht sollten wir eines meiner gern genutzten Spiele spielen. Ich bin für dies oder das!
Also geht es einfach los:

Schreibzeit: Morgens oder Abends?
Morgen

Frühaufsteher oder Langschläfer?
Frühaufsteher (aber nicht vor 6 Uhr)

Kaffee oder Tee?
Kaffee

Apfel oder Birne?
Apfel

Kuchen oder Torte?
Torte

Kochen oder Backen?
Backen

Harry Potter oder Herr der Ringe?
Harry Potter

Essen gehen oder bestellen?
Essen gehen

Pizza oder Pasta?
Pizza

Lesen oder Schreiben?
Schreiben

Serie oder Film?
Serie

Haus oder Wohnung?
Haus

Meer oder Berge?
Meer

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
Sonnenuntergang

Kleine Familie oder Großfamilie?
Große Familie (mit vielen Tanten, Onkeln, Cousins, Cousinen, nicht zwingend mit vielen eigenen Kindern)

Ich glaube das sollte es jetzt aber auch langsam an Fragen sein.
Magst du denn den Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?
Danke für das Interview! Wer neugierig auf eins meiner Bücher geworden ist und auf der BuchBerlin ist, kann mich gern am 9lesen-Stand ansprechen.

Dann bedanke ich mich rechtherzlich bei dir und hoffe, dass wir uns bald wieder schreiben und ich immer mal wieder ein neues Buch von dir lesen darf!


So, nun habt ihr einen Eindruck von der Autorin bekommen und wisst, was sie so für Pläne hat.
Morgen erfahrt ihr dann mehr über die Bücher und bekommt wieder Hörschnipsel. Ich freue mich schon sehr darauf!
Habt noch einen schönen Samstag!

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