Puppet's Bookish Weekend

Puppet’s Bookish Weekend mit Emma Marten Teil I

Werbung / Puppet’s Bookish Weekend / mit Emma Marten

Hallo meine lieben Lesenden!
Es ist wieder soweit, ich darf eine bezaubernde und ich muss sagen, sehr sympathische Autorin begrüßen. Und ich merke momentan immer wieder, wie alt ich doch schon geworden bin mit meinem aktuellen 29 Jahren. Ohje, aber lest selbst, was sie mir gerade beantwortet hat!


Liebe Emma, ich freue mich sehr, dass ich dich heute bei „Puppet’s Bookish Weekend“ zum Interview-Samstag begrüßen darf. Ich hoffe, dass der Weg auf mein Sofa nicht zu anstrengend war und fange gleich mal mit meinen löchernden Fragen an! Magst du dich für unsere Leser kurz vorstellen? Was gibt es spannendes über dich zu erfahren? Was sollte man über dich als Autorin wissen?

Hallo allerseits und vielen Dank, dass ich heute hier sein darf. Deine Couch ist übrigens sehr bequem. Meinen Namen hast du ja schon genannt, also bleibt mir noch so ein zwei Standard-Dinge wie Alter, 24 Jahre jung, und Wohnort, in der Nähe von Frankfurt. Spannend ist mein Leben nicht gerade, zwischen Arbeit, Fernbeziehung und Schreiben bleibt nicht besonders viel Zeit. Aber das Problem mit der Zeit kennst du vermutlich.

Ich habe immer mehrere Ideen gleichzeitig, meistens nur Schnipsel, die dann unbedingt aufgeschrieben werden müssen, bevor ich mich meiner primären Geschichte „wieder“ zuwenden kann. Ich liebe es, mich mit Lesern auszutauschen, bin aber meistens schüchtern und brauche ein bisschen, um warm zu werden. Ich liebe das Spiel mit Schwarz und Weiß, Klischees auszuloten und umzudrehen und ganz viele Geheimnisse.

Warum schreibst du? Was hat dich dazu bewegt?

Die Frage ist eigentlich ziemlich leicht zu beantworten und doch wieder nicht. Ich muss einfach. Wenn ich nicht schreibe, habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Da ich seit der Grundschule schreibe, ist es zu einem festen Bestandteil in meinem Leben geworden, der nicht mehr wegzudenken ist.

Und dann bin ich so neugierig und muss einfach gleich auf deine beiden Bücher kommen. Es sind die beiden Teile von „The Blinds“! Kannst du den Lesern kurz erzählen, worum es geht, bevor ich mit meinen Fragen loslege?

Klar, auch wenn das gar nicht so einfach ist. Die Dystopie ist so aufgebaut, dass die Informationen nur häppchenweise präsentiert werden. Die Blinds sind eine Castingshow, an der meine Protagonistin Riley teilnehmen darf. Sie hat schon immer von einem Leben im Luxus geträumt, aber dafür müsste sie ihre Vergangenheit und jemand sehr wichtiges aufgeben. Deswegen ist sie zwischen ihrer armen und der reichen Welt hin und her gerissen. Liebe und Verlustängste machen das Ganze nicht wirklich einfacher.

Fangen wir erstmal mit den Covern an. Da hast du schon einen kleinen Augenschmaus gezaubert bzw. zaubern lassen. Wie kam es zu diesen Covern? Hast du dir Hilfe gesucht und sind sie nach deinen Vorstellungen entstanden?

Meine Cover würdest du nicht sehen wollen, auch wenn ich im Erstellen von Schnipsel-Bildern immer besser werde. Juliane Schneeweiss hat die beiden Cover gezaubert. Ein paar vage Vorstellungen habe ich in Zusammenarbeit mit meiner Schwester überlegt, die Juliane absolut genial umgesetzt hat. Also das meiste ist nach meiner Idee entstanden, aber die Kleinigkeiten, die sie noch eingebaut hat, um den Ganzen etwas Rundes zu geben, sind großartig. Vor allem gefällt mir der „Boden“ auf dem Riley steht. Erst ist er rissig und wird dann scheinbar zu Glas, symbolisiert also perfekt ihren Weg von der Armut in den Luxus.

Als ich den Klappentext gelesen habe, musste ich bei der Fernsehshow an „Germany´s next Topmodel“ denken. Das wird in deiner Geschichte ja nun aber nicht so ablaufen. Wie kamst du auf die Idee mit der Chance durch die Fernsehsendung?

Einige LeserInnen sagen schon, dass es teilweise Ähnlichkeiten zu GNTM oder Voice gibt, aber ich wollte gerade hinter diese Masken schauen und zeigen, was wirklich abgehen könnte. Die Idee für die Fernsehshow kam relativ am Anfang. Ich brauchte ein Konstrukt, das unterstützend für meinen Erzählstil wirkt, also Geheimnisse nur nach und nach preiszugeben. So wurden die Blinds geboren, eine Fernsehshow, in der ursprünglich Geheimnisse im Vordergrund standen, die aber genauso wie das System zu einer reinen Unterhaltung und Action verkommen ist.

Dann hast du das Genre einer Dystopie gewählt, bist aber sehr nah an der Welt, wie wir sie kennen geblieben. Wann hast du gedacht: Mein Buch wird dystopisch? War das geplant, entwickelte es sich so? Haben deine Charaktere ihr Eigenleben ausgenutzt und dich über den Haufen geworfen und so wurde aus einer Liebesgeschichte eine Dystopie?

Also meine Charaktere entwickeln schon gerne mal ein Eigenleben, weswegen tatsächlich die Liebesgeschichte deutlich weniger Raum eingenommen hat, als ich am Anfang angenommen hatte. Aber dass The Blinds eine Dystopie werden musste, wusste ich eigentlich schon am Anfang. Ich brauchte das Grundsetting, die Spaltung von Arm und Reich, Unterdrückung, Intrigen, Machtmissbrauch, um Rileys Geschichte überhaupt erzählen zu können. Da war eine Dystopie naheliegend, aber mir gefällt auch die Möglichkeiten, mit den dystopischen Eigenschaften zu spielen. Probleme und Lösung aufzuzeigen und mal anders an das inzwischen bekannte Genre heranzugehen.

Wird es noch einen weiteren Band von „The Blinds“ geben?

Tatsächlich war The Blinds auf drei Bände ausgelegt, dann hätte ich die Geschichte im Endeffekt aber deutlich strecken müssen. Und da ich das selbst bei Büchern nicht mag, habe ich mich dagegen entschieden und auf zwei Bände gekürzt.

Hast du schon ein neues Projekt oder gar mehrere neue Ideen, die du umsetzen möchtest und was dürfen wir darüber erfahren? Wir sind doch so verdammt neugierig!

Ich habe sogar zwei Groß-Projekte, die in Arbeit sind. Eine Urban-Fantasy Reihe, die ich zum Spaß mit meiner Schwester angefangen habe zu schreiben und die zu einem Herzensprojekt geworden ist. Da muss aber noch einiges an Arbeit investiert werden. Die Geschichte dreht sich um zwei beste Freundinnen, die sich seit zehn Jahren nicht mehr gesehen haben, und wieder aufeinandertreffen. Magie, große Liebe, Veränderungen und das ein oder andere Klischee, das hoffentlich auf die Schippe genommen wird 😉

Das zweite ist ebenfalls eine Fantasy-Trilogie, da ist der erste Band fertig geschrieben und ungefähr die Hälfte vom zweiten Teil. Da kann ich leider noch nicht so viel verraten, aber Unsterblichkeit spielt eine große Rolle sowie das Spiel mit Schwarz und Weiß.

Wie lässt sich das Schreiben mit deinem Alltag verbinden? Bleibt da oft etwas auf der Strecke? Vielleicht Freunde oder doch eher das Schreiben?

Im Moment bleibt leider das Schreiben etwas auf der Strecke und Social Media noch mehr. Zwar nehme ich es mir oft vor meinen Spätschichten oder nach meinen Frühschichten vor, bin aber dann meistens zu müde, um wirklich etwas zu schaffen, womit ich dann einigermaßen zufrieden bin. Aber ich hoffe, dass sich das zum Winter hin wieder ändern wird. Da fällt es dann doch mal leichter, einen freien Tag eher drinnen zu verbringen.

Wie würde der perfekte Schreibtag für dich aussehen?

Die Frage klingt so einfach und doch fällt es mir echt schwer, sie zu beantworten. Ich glaube, es sind nicht unbedingt die äußeren Umstände, die ihn perfekt machen würden, sondern die inneren. Nicht an alles denken müssen, einfach mal komplett abschalten, Musik hören, Tee trinken, brainstormen und ganz viel schreiben.

Hast du einen Ort, an dem du am Liebsten schreibst und der dich inspiriert?

Ich schreibe am liebsten, wenn ich alleine bin oder zumindest nicht so viel um mich herum mitbekomme. Neuerdings klappt das im Zug richtig gut, Kopfhörer auf und eine Stunde schreiben, ohne gestört zu werden. Die vorbeirauschende Landschaft oder auch nur der Himmel ist beruhigend. Inspiriert werde ich nicht unbedingt von Orten, sondern eher von Gefühlen und Menschen. Ihre Beziehungen zueinander und ihre Handlungen faszinieren mich.

Wo bekommst du neue Ideen her?

Tatsächlich von Träumen. Manchmal auch von Filmen oder Serien, aber da nur, wie Charaktere sich zueinander verhalten, ihre Freundschaft, etc. Also eher Gefühle oder minimale Eindrücke einer Beziehung, aus der dann Figuren und Situationen entstehen. Ohne die Charaktere gibt’s keine Geschichte.

Du hast deine Bücher ja im Selfpublish veröffentlicht, wenn ich das richtig sehe. Darf ich fragen, warum du dich dafür entschieden hast? Und ob du damit zufrieden bist?

Genau, bei Books on Demand. Die Chance bei einem Verlag genommen zu werden, erschien mir damals sehr gering und was ich so gehört hatte, wurde bei den „kleinen unbekannten“ Autoren trotzdem viel Eigeninitiative erwartet. Ich hatte auch ein klein wenig Angst, dass The Blinds verändert werden könnte, und das wollte ich auf keinen Fall. Fürs Selfpublishing habe ich mich also auch entschieden, damit ich selbst entscheiden kann, wie das Cover aussehen soll, wie ich das Marketing aufziehe.

Ob ich zufrieden bin, kann ich dir gar nicht so genau sagen. Ich würde nichts ändern wollen, wenn ich zurückreisen könnte. Aber wenn man auf der Buchmesse unterwegs ist, merkt man doch, wie viel einem fehlen kann, wenn kein Verlag hinter einem steht.

Wie wichtig sind dir Blogger in der Zusammenarbeit, wenn es um die Werbung für deine Bücher geht?

Super wichtig. Ich glaube, ich habe erwähnt, dass ich ziemlich schüchtern bin. Für mich ist es immer eine große Überwindung, Blogger anzuschreiben und um Hilfe zu bitten. Ohne Euch hätten viele Autoren so gut wie keine Möglichkeit, gesehen zu werden. Aber ich würde deine Frage noch etwas ausweiten, fast noch wichtiger als die Werbung für meine Bücher sind mir die Zusammenarbeit, eure Erfahrung und der Austausch generell.

Hast du schon mal eine Leserunde veranstaltet? Oder magst du so etwas mal machen? Hast du vielleicht selbst als Leser schon mal an einer teilgenommen und hast eine Meinung dazu?

Auf Lovelybooks habe ich jeweils eine Leserunde zum ersten und zweiten Blinds gemacht. Beide haben mir super viel Spaß gemacht, weil ich erstens nicht nur tolle Blogger und Testleser kennengelernt, sondern auch tolle Tipps bekommen habe. Auch wenn ich weiß, dass es wohl nicht immer so positiv läuft, würde ich jederzeit wieder eine Leserunde veranstalten.

Wie sieht es denn eigentlich mit der Zeit zum Lesen bei dir aus?

Da ich relativ lange mit der Bahn zur Arbeit fahre, habe ich dafür fast zu viel Zeit. Ich mag es, eine Geschichte erst mal sacken zu lassen, bevor ich die nächste anfange, dass kann dann bei einem sehr guten Buch auch schon mal ein oder zwei Tage dauern. Wenn man dann natürlich nach der Hälfte der Strecke mit dem Buch fertig ist, lese ich lieber das nächste, als dumm aus dem Fenster zu schauen, da werde ich nur noch müder. Manchmal würde ich da lieber Schreiben, aber durch das häufige Umsteigen komme ich in keinen Fluss rein.

Und nun die ganz gemeine Frage: liest du lieber oder schreibst du lieber?

Ganz klar schreiben. Da kann ich meine eigenen Entscheidungen treffen, was ich meinen Charakteren antue und muss nicht zittern. Und mir bleiben Cliffhanger erspart *lach*

So, nun aber erstmal mit den Fragen genug, machen wir was Anderes:
Bei dir habe ich Lust mal wieder eine Runde: „was ist dein Liebling“? zu spielen. Ich bin gespannt.

Fangen wir einfach an: Was ist deine Lieblingsfarbe?
Sonnenuntergangsorange

Lieblingsurlaubsort?
Am liebsten mache ich Zuhause Urlaub, ansonsten mag ich Städtetrips. Fürs Faul am Strand liegen, bin ich nicht die Richtige.

Lieblingsjahreszeit?
Frühling

Lieblingsmonat?
Mai, aber nicht weil ich da Geburtstag habe. Da ist das Wetter angenehm warm, aber nicht zu heiß. Man kann schon wieder etwas draußen unternehmen, aber man fühlt sich auch nicht ganz schlecht, drinnen zu bleiben.

Lieblingsautoren?
Oh je. Viele. Sarah J. Maas, Ava Reed, JK. Rowling, Jude Watson

Hast du ein Lieblingsbuch oder eine Empfehlung für uns?
Ich liebe die Geisterthron-Trilogie von Joshua Palmatier, Märchenmond von Wolfgang Hohlbein und Die Stille meiner Worte von Ava Reed

Was ist dein liebstes Buchgenre?
Da landen die Dystopien etwas vor Fantasy

Lieblingsmusik?
Soundtracks

Hast du vielleicht auch einen Lieblingssport?
Auch wenn ich es inzwischen nicht mehr spiele, liebe ich Fußball. An zweiter Stelle kommt dann das Tanzen, vor allem Standart- und Latein.

Einen Lieblingsfilm?
Ähm. Viele. Harry Potter und der Gefangene von Askaban steht ganz oben.

Oder auch eine Lieblingsserie, ganz wichtig für die Serienjunkies, wie mich!?
High Five auf uns Serienjunkies. Aktuell ist es gerade The 100. Aber das wechselt bei mir öfters. Mega freue ich mich auf Star Trek Picard und die neuen Disney+Serien.

Lieblingsgetränk?
Sprudelwasser

Lieblingsessen?
Hackfleischbällchen Toskana

Lieblingsschreibzeit?
Morgens

Ich glaube das sollte reichen, denn das ist bestimmt immer gar nicht so einfach!
Aber magst du vielleicht zum Abschluss unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Da hast du recht, es macht mir aber auch immer sehr viel Spaß 😉

Hört nicht auf zu träumen. Denn irgendwann wird aus Träumen Realität.

Dann bedanke ich mich recht herzlich und wünsche dir viel Erfolg bei zukünftigen Projekten! Und hoffe, dass wir uns bald wieder lesen!

Vielen Dank! Das hoffe ich auch.


So, das war es leider auch schon wieder. Am Liebsten würde ich mir ja mal alle Autoren zusammen zu mir einladen und dann würde ich noch so viel mehr Fragen stellen. Aber vielleicht kann ich ja einige bald in Frankfurt auf der Buchmesse treffen! Morgen geht es mit den Buchvorstellungen weiter! Also schaut wieder vorbei!

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