Puppet's Bookish Weekend

Puppet’s Bookish Weekend mit Marie Gräff Teil I

Werbung / Puppet’s Bookish Weekend / mit Marie Gräff

Hallo ihr Lieben da draußen!
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Wer mir auf Facebook, Instagram oder Twitter folgt, der weiß, dass es dieses Wochenende um Marie Gräff und ihren Roman: „Das Amulett des Trebeta oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlug“ geht.
Heute habe ich auch einen ganz besonderen Interviewgast für euch. Ich begrüße gleich Balduin bei mir auf dem Interview-Sofa und was ihn so besonders macht, dass werdet ihr gleich lesen, also geht es los!


Herzlich Willkommen bei mir zu einem Interview am Interview-Samstag von „Puppet’s Bookish Weekend“.
Damit du hier sein kannst und mir die Fragen zur Geschichte erzählen kannst, sind ja nun schon wieder ein paar viele Jahre ins Land gezogen. Kann ich dir denn etwas anbieten? Klappt das mit dir als Statue überhaupt, also das ich dir etwas Wasser oder vielleicht Möhren anbieten könnte?
(kräuselt die steinernen Nüstern) Also wirklich, ihr Menschen und eure komischen Fragen. Natüüüürlich kannst du mir etwas anbieten, ich möchte betonen, dass es sogar äußerst höflich wäre. Weißt du, die meisten Menschen denken, ich könnte nichts zu mir nehmen, ist das denn zu fassen? Also, wenn du ein paar saftige Möhren hättest … (schnuppert) oder hast du vielleicht ein Stück Kuchen?
Das trifft sich, ich habe hier noch etwas Karottenkuchen!

Ohje, entschuldige, dass ich gleich mit so direkten Fragen beginne. Wie wäre es denn, wenn du dich erst einmal vorstellst. Also wer du bist, wo du herkommst und was man sonst noch so über dich wissen müsste?
Also wenn ich mich hier noch vorstellen muss, seid ihr wohl noch nicht viel in der Weltgeschichte herumgekommen, was? Schließlich bin ich ja eine bekannte Persönlichkeit. Na gut, ich will mal nicht so sein, vor allem, wenn du doch noch ein bisschen Kuchen für mich hättest. Gestatten, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Balduin und ich bin hocherfreut, deine Bekanntschaft zu machen. Ich bin – wie man unschwer erkennen kann – ein Pegasus, auch wenn manch ein ignorantes Individuum mich für ein Pferd hält.

Ich bin selbstverständlich die charmanteste Reisebegleitung, die dir begegnen kann, wenn du Trier besuchst und ich besitze ganz besondere Fähigkeiten. Aber darüber verrate ich nichts, bääh!

Dann würde mich interessieren, wie es denn dazu gekommen ist, dass Marie Gräff die Geschichte von dir, einem Geistermädchen und einem Nekromantenjungen erzählt?
Tja, was weiß ich, wie es dazu gekommen ist. Du musst wissen, die Autorin redet nicht so viel mit mir. Sie sagt, ich sei eine Nervensäge…

Aber ich gebe mein Bestes, versprochen.

(wenig später) Ha! Ich habe es geschafft. Ich habe ihr damit gedroht, den ganzen Abend nicht mehr die Klappe zu halten, da hat sie sich ergeben und mir alles erzählt.

Sie hat mir zugeflüstert, dass sie der Erzähler der Geschichte eines Tages einfach regelrecht überfallen hat und nicht mehr aufgehört hat, zu quatschen. Sie hat sich dann wohl verpflichtet gefühlt, das ganze Gesäusel aufzuschreiben. Sollte ich vielleicht auch mal probieren, vielleicht bekomme ich dann meine eigene Geschichte, so wie es mir eigentlich gebührt.

Außerdem gab es da wohl einen recht schrecklichen Film über einen Totenbeschwörer, der sie dazu inspiriert hat, etwas Besseres zu schreiben.

Wie bist du eigentlich auf die Beiden aufmerksam geworden?
Eines Tages spazierte ich so nichtsahnend über den Hauptmarkt der Stadt und plötzlich war da dieser Milchbart, der sich mit dem Brunnen unterhielt. Da mir eigentlich immer ziemlich langweilig ist, dachte ich mir, ich schau mir das mal an. Tja, wenn ich gewusst hätte, wohin mich das führt, hätte ich es mir möglicherweise anders überlegt.

Und was hast du vorher gemacht? Mich würde ja deine Geschichte interessieren. Wer hat dich denn geschaffen?
(lässt traurig den Kopf hängen) Ach ja, das ist eine traurige Geschichte. Damals, als ich geschaffen wurde, war Magie allgegenwärtig. Damals hat alles gelebt und die großen Künstler besaßen die Gabe, Materialien wie Stein Leben einzuhauchen. Es war eine lustige Zeit. Mein Schöpfer ging bei einem großen Meister in die Lehre, doch er hatte einen ausgesprochen exquisiten Geschmack, der seiner Zeit voraus war. Ich war sein erster Auftrag, stolz schmückte ich einen Torbogen, der zu einer Kurie führte. Es war wunderbar da oben. Man konnte den ganzen feinen Herren bei ihrem Tagewerk zusehen und ihnen manchmal sogar auf den Kopf spucken.

Aber leider war ich nicht sehr beliebt, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Man sagte, ich sei zu dick und würde zu viel reden. Letztendlich wurde mein Torbogen abgerissen und durch einen anderen ersetzt.

Und was geschah danach mit dir?
Tja, manchmal ist Magie unvorhersehbar. Sie wollten mich zerstören, doch das gelang ihnen nicht. Schließlich lösten sie mich von dem Steinbogen und jagten mich davon.

Okay. Das ist ja nicht so schön. Was hast du denn dann die ganzen Jahre gemacht?
Dies und das. Die meiste Zeit war es ziemlich langweilig, denn es gibt nur wenige wie mich und die Menschen können mich ja weder sehen noch hören. Mein einziger Spaß besteht darin, Menschen durchzukitzeln. Wenn ich nämlich durch Menschen durchlaufe oder sie streife, dann müssen sie sich ganz furchtbar kratzen, weil meine Berührung einen starken Juckreiz auslöst. Es ist lustig, zu beobachten, wie lange es dauert, bis sie auf dem Boden liegen und um Gnade flehen. Aber nach vielen hundert Jahren wird selbst das langweilig.

Wenn du schon so alt bist, dann hast du ja schon sehr viel erlebt. Was war denn das beeindruckendste historische Ereignis, welches du beobachten konntest?
(kichert) Oh je, wenn ich davon zu viel verrate, bringt mich die Autorin um oder redet zumindest kein Wort mehr mit mir. Sie schreibt da nämlich eine Geschichte drüber, wenn ich das recht verstanden habe. Es geht um die Sache mit der verlorenen Zeit. Das war in dem Jahr, als der Hampelmann Napoleon in Trier zu Besuch war. Da ist eine ziemlich gruselige Sache passiert, und ein Mädchen namens Rieke musste sie in Ordnung bringen. Natürlich habe ich sie tatkräftig unterstützt, das ist also genau genommen meine Geschichte. Nur damit das klar ist. Autorin? Hast du das gehört? Diese Geschichte wird MEINE Geschichte!

Warst du in der Zeit sehr einsam? Gibt es denn keine anderen Statuen wie dich, mit denen du etwas hättest erleben können?
Es gibt nicht viele wie mich. Bloß diesen doofen Rictiovar, der sich etwas darauf einbildet, der Stadtgeist Triers zu sein. Oder die Figuren am Brunnen, aber die nerven. Also ja, es war ziemlich einsam.

Kannst du dich eigentlich frei bewegen oder bist du an einen bestimmten Ort gebunden oder darfst dich nur in einem gewissen Umkreis bewegen?
(nachdenklich) Weißt du, ich habe mir da noch nie Gedanken darüber gemacht. Vielleicht ist ja genau das Teil des Zaubers, dass ich nie auf den Gedanken gekommen bin, aus Trier fortzugehen. Hier jedenfalls kann ich mich frei bewegen. Aber hey, warum bin ich nie auf die Idee gekommen, fortzugehen und was zu erleben? Autorin, wir müssen reden!

Wenn eine gute Fee vorbeikommen würde, was würdest du dir dann von ihr wünschen?
Häh? Warum sollte eine gute Fee vorbeikommen? Ich glaube, ich würde ausprobieren, ob man die kitzeln kann.

Und wo würdest du gern mal eine Reise hin unternehmen? Was würdest du da gern machen?
Tja, jetzt wo du es so sagst … eigentlich überall hin! Eigentlich würde ich diesem Kerl Napoleon gerne einen Besuch abstatten, gibt’s den noch? In Trier habe ich ab und zu die Stadtratsitzungen gestört, indem ich die Redner durchgekitzelt habe. Ich stelle es mir witzig vor, das auf internationalem Niveau zu machen.

Allerdings warnt mich die Autorin davon, einen Krieg anzufangen.

Würdest du diese Reise mit Willy und Helene nochmal antreten, wenn du wüsstest, was auf euch zukommt?
Puuh, gute Frage. Eigentlich wäre es selten dämlich. Aber die Autorin meint, ich sei unbelehrbar, vor allem, wenn etwas meine Neugierde weckt. Ich fürchte, sie hat recht.

Achso, magst du vielleicht kurz den Lesern schildern, was sie in eurer Geschichte so erwartet?
Man stelle sich eine junge Frau vor, die stur genug war, sich umzubringen, aber unglücklicherweise nun ein Dasein als Geist fristet. Komischerweise gefällt ihr das nicht und sie setzt sich in den Kopf, wieder lebendig zu werden. Ein ganz bescheuerter Plan, wenn du mich fragst (schüttelt energisch die Steinmähne). Und dann lässt sie sich ausgerechnet auf eine Wette mit Gott ein und sucht nach einem Nekromanten, der sie unterstützt. Total verrückt. Ich bin die einzige Person in diesem Buch, die bei klarem Verstand ist, deswegen führe ja auch ich das Interview.

Geht eure Geschichte eigentlich noch weiter, nachdem das Buch endet? Also wird es vielleicht noch eine weitere Geschichte mit euch geben?
Nun ja, keine Geschichte endet wirklich … für das Publikum wird es auf jeden Fall die Vorgeschichte geben. Doch der Rest … da hält sich die Autorin noch bedeckt. 😉

Und würdest du deiner Autorin gern etwas sagen, wozu vielleicht bisher noch nicht die Zeit war?
Jaaaaa, au ja, sonst hört sie mir ja nie zu. Hey, du da, ich finde, dass du mir viel zu wenig Aufmerksamkeit schenkst! Ich will eine eigene Geschichte! Und Kuchen! Und ich finde das Ende wirklich bescheuert, kannst du das bitte ändern? Ich finde, das könnte man viel lustiger gestalten.

Magst du unseren Lesern noch etwas auf den Weg geben? Vielleicht eine Weisheit oder etwas, was dir auf der Seele brennt?
LEST DAS BUCH!!!

Dann bedanke ich mich recht herzlich bei dir, dass du mich hier besucht hast und wünsche dir eine angenehme Reise. Wenn du mal einen Platz zum Entspannen brauchst, dann darfst du mich gern wieder besuchen kommen. Doch ob ich immer frische Möhren im Haus habe, das weiß ich noch nicht.
Das macht nix, solange du Kuchen da hast. 😉


Was ein Pferdchen! Mal gucken, ob ich immer mal wieder Kuchen da habe, denn eigentlich bin ich total die Niete im Backen.
Ich hoffe euch hat es genauso viel Spaß gemacht etwas von Balduin zu erfahren, wie es mir gefallen hat.

Morgen gibt es dann noch etwas über das Buch und ich habe der Autorin noch ein paar Fragen zum Buch gestellt. Also schaut wieder rein! Es lohnt sich!

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