Puppet's Bookish Weekend

Puppet’s Bookish Weekend mit Tanja Steinborn Teil I

Werbung / Puppet’s Bookish Weekend / mit Tanja Steinborn

Meine lieben Leser,

willkommen zum Samstag des Bookish Weekends oder besser gesagt zum Interview-Samstag! Heute gibt es wieder ein Charakterinterview, aber es ist etwas anders, als die davor, denn diesmal habe ich gleich zwei Charaktere hier bei mir und da bin ich sehr gespannt drauf! Ich hoffe ihr auch, deshalb fangen wir gleich damit an:


Herzlich willkommen ihr Beiden! Ich freue mich sehr darüber, dass ihr eure Reise unterbrechen konntet und einen kleinen Stopp bei mir auf dem Interview-Sofa eingelegt habt, bevor es für euch auf der Suche nach der blauen Blume weitergeht! Kann ich euch erstmal etwas zu trinken anbieten oder eine kleine Stärkung?

Meyla: „Also, ich würde ein Bier nehmen.“

Balfour: „Pfee, wie überraschend.“

Meyla: „Ach halt die Klappe, Lackel. Machen wir lieber einfach das Interview.“

Dann fangen wir doch einfach mal an, nicht das ihr wegen mir eure Reise zu sehr verzögert. Könntet ihr euch meinen Lesern kurz vorstellen, damit sie einen kleinen Eindruck bekommen, wer denn hier vor mir sitzt und wem ich die Fragen stelle, die mir auf der Seele brennen.

Meyla: „Sehr gerne. Mein Name ist Meyla Vending und ich arbeite als Bibliothekarin auf der königlichen Burg.“

Balfour: „Und ich bin Balfour Dunham aus dem kleinen Dorf Seòras, wo ich mit meinen Geschwistern auf einem großen Bauernhof lebe.“

Vielen Dank. Dann interessiert mit gleich zu Beginn: Wie findet ihr es, dass Tanja Steinborn, als eure Autorin eure Geschichte erzählt? Übertreibt sie manchmal, habt ihr auch Mitspracherecht, was so die Formulierungen angeht oder ist sie eine ganz böse Autorin uns schickt euch immer wieder in die schlimmsten Situationen?

Meyla: „Für meinen Geschmack stellt sie mich etwas zu patzig dar!“

Balfour: „Ach was. ICH habe gehört, dass du ihr in ziemlich vielen Dingen sehr ähnlich sein sollst. Glaubst du ernsthaft, dass sie dich dann schnippischer schreiben würde, als unbedingt nötig?“

Meyla: „Was weiß ich?! Vielleicht ist mit Ähnlichkeit eher die große Liebe zu Büchern gemeint. Oder eben Äußerlichkeiten wie die blauen Augen.“

Balfour: „Und die stets unordentliche Haarmähne?“

Meyla: „Ha ha.“

Balfour: „Auf jeden Fall bin ich mit meiner Darstellung in der Geschichte sehr zufrieden.“

Meyla: „Ja, das denke ich mir! Schließlich hat sie dich mit ihrem Traummann im Kopf geschrieben, dass dir das gefällt und schmeichelt, ist wohl klar.“

Dann habe ich ja bereits von eurem Kennenlernen gelesen, mich würde aber interessieren, wie ihr euer Kennenlernen in Erinnerung habt. Wie war das für dich Meyla, als du das erste Mal auf Balfour getroffen bist?

Meyla: „Schmerzhaft! Er hat mich schließlich bewusstlos geschlagen.“

Balfour: „Ich habe dich ganz und gar nicht bewusstlos geschlagen! Ich habe dich lediglich angerempelt und du warst so betrunken, dass du umgefallen bist und dir deinen Kopf an einem Fass angeschlagen hast. Erzähl die Geschichte bitte richtig!“

Meyla: „Ja ja. Dann bin ich aus meiner kurzen Bewusstlosigkeit aufgewacht, habe in diese unglaublich türkisfarbenen Augen geschaut und festgestellt, dass der Lackel mich begrabscht.“

Balfour (stöhnt): „Na, darauf habe ich gewartet. Ich habe sie natürlich nicht begrabscht, ich habe ihren Kopf nach einer Wunde abgetastet. Hätte ich dich etwa einfach liegen lassen sollen?“

Und Balfour, was hast du sonst dazu zu sagen? Wie ist Meyla dir beim erste Treffen im Kopf geblieben? Was dachtest du über sie?

Balfour: „Dass sie eine betrunkene, hochmütige Schickse ist. Und da sie mich dann ja hat festnehmen und in den Kerker werfen lassen, ist der Eindruck auch erst einmal bestehen geblieben.“

Meyla, ich muss ja sagen, dass du eine wirklich sympathische Frau bist, mit der ich gern mal um die Häuser ziehen würde. Das würde definitiv nicht langweilig werden. Aber hat dir deine Art auch schon mal Probleme gebracht, weil du dich vielleicht in eine Situation begeben hast, die sonst so vielleicht nicht passiert wäre?

Meyla: „Hör auf zu lachen, Balfour! Nun ja, ich bin eine ehrliche Haut. Ich sage, was ich denke und wenn mir etwas nicht passt. Das wird nicht überall gerne gesehen, vor allem bei Hofe nicht. Ich habe mir so schon so manchen Ärger mit dem König persönlich eingehandelt, unter anderem, weil ich mich geweigert habe, etwas anderes als bequeme Hosen zu tragen. Manchmal … wäre ein bisschen mehr Diplomatie gewiss von Vorteil.“

Balfour, wie findest du es, dass Meyla so stur und aufmüpfig ist? Ich persönlich finde das super, denn man sollte sich nicht kleinkriegen lassen, aber bis du mehr der Kerl, der von einer Frau erwartet, dass sie ruhig ist und mit ihrer Meinung hinter dem Berg hält?

Balfour: „Oh, das bin ich ganz sicher nicht. Im Gegenteil: ich habe eine sehr lebhafte Schwester mit einem ziemlich losen Mundwerk. Ich bin es also gewöhnt, sture Frauen um mich herum zu haben und fände es anders auch furchtbar langweilig. Außerdem hat ein sehr weiser Herr mal gesagt, dass nur schwache Männer starke Frauen fürchten.“

Dann zu dir Balfour, du stammst ja aus einer recht großen Familie und hast da auch ziemlich viel Verantwortung gehabt. Nun wolltest du etwas für dich tun und hast schweren Herzens deine Familie zurückgelassen. Wie geht es dir damit?

Balfour: „Es war die schwerste Entscheidung, die ich je treffen musste. Aber irgendwie fühlte sich der Zeitpunkt richtig an und ich weiß, dass unser Hof bei meiner Schwester und meinem Schwager in guten Händen ist.“

Wie ist es so mit solch einer großen Familie? Bei mir gibt es nicht viel mehr, als meine Eltern und meinen Bruder.

Balfour: „ Es ist lebhaft, laut und oft ziemlich anstrengend. Trotzdem würde ich es um nichts auf der Welt tauschen wollen, weil ich meine Geschwister, Nichten und Neffen wirklich bedingungslos liebe.“

Meyla, wie denkst du jetzt so über Balfour, hat sich deine anfängliche Meinung über ihn geändert?

Meyla: „Wenn man zusammen auf eine solche Reise geht und die Dinge erlebt, die wir erlebt haben, verbindet das ungemein. Man lernt den anderen unglaublich gut kennen, selbst wenn man sich vielleicht anfangs dagegen sträubt und einem diese Art von Nähe gar nicht so recht ist. Aber dadurch musste ich lernen, dass mein anfängliches Bild von Balfour wirklich nicht falscher hätte sein können. Heute würde ich ihm jederzeit ohne zu zögern mein Leben anvertrauen.“

Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr beiden nun zusammen auf dieser Reise seid?

Meyla: „Wir gehören zu jener Gruppe Kameraden, die ausgewählt wurden, das Leben von Prinzessin Nansaidh zu retten. Wie sich ja in Lýsistrata bestimmt schon herumgesprochen hat, ist sie schwer erkrankt, ihre einzige Hoffnung auf Heilung ist die berühmte Blaue Blume. Wir müssen sie unbedingt finden und da ich sehr bewandert bin, was Märchen und Legenden über unser Land betrifft, hoffe ich, für unsere Gruppe von Nutzen zu sein.“

Balfour: „ Dass ich dabei bin, mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen, so als Bauer … Aber wenn ich mich bei dieser Mission beweise, erfüllt der Kronprinz mir meinen Lebenstraum und ernennt mich zum Ritter.“

Ihr sagt, dass ihr zu einer Gruppe gehört. Wer begleitet euch denn auf eurer Reise?

Balfour: „Mein bester Freund Gleann, ein sehr verlässlicher Kamerad.“

Meyla: „Und Ritter Aidan Lachlann, ein Mitglied der königlichen Leibgarde.“

Balfour (seufzt): „Tja und dann leider noch mein jüngerer Bruder Cailean, obwohl er ganz und gar nicht eingeladen war, mit uns zu kommen.“

Kommt ihr gut miteinander aus oder sind da eure Eigenarten manchmal etwas hinderlich. Streitet ihr euch vielleicht regelmäßig?

Meyla (lacht): „Also zwischen den beiden Dunham Dickköpfen kracht es ziemlich häufig. Man könnte fast sagen, täglich.“

Balfour: „Wenn ich mich recht entsinne, ist zwischen dir und Aidan auch nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen, vor allem wenn er seine anzüglichen Witze macht.“

Meyla: „Nun ja, das geht einem als einzige Frau halt gehörig auf den Keks. Genauso wie dein Drang, immer alle beschützen zu wollen.“

Balfour: „Dankeschön. Du bist auch nicht grade die pflegeleichteste Reisegefährtin, weißt du? Immer musst du das letzte Wort haben!“

Meyla: „Nur wenn ich Recht habe!“

Balfour (lacht): „Ich glaube, wir haben die Frage hiermit beantwortet, oder?“

Oh ja! Meyla, wie sieht es bei dir eigentlich mit Angehörigen aus? Wo ist deine Familie?

Meyla: „Oh, ähm, also … da kann ich leider nichts zu sagen. Tut mir leid.“

Nicht schlimm. Nun bin ich aber auf euer Land neugierig, denn das kenne ich so gar nicht. Was könnt ihr mir denn über Lýsistrata erzählen? Wie kann ich mir da die Landschaft vorstellen?

Balfour: „Der Westen des Landes ist reich an grünen Wiesen, alten, ursprünglichen Wäldern und erhabenen Bergen. Zu unseren bekanntesten Städten gehören Gormal, die auf einem Hügel erbaut wurde und von wo die verrücktesten Kleiderkreationen kommen; und natürlich Alastríona, Lýsistratas schillernde Hauptstadt, mit ihrem bekannten Markt und den vielen urigen Erzählstuben.“

Meyla: „Ich komme aus dem Norden, der etwas wilder und ungeschliffener ist als der Westen. Unsere Wälder sind geheimnisvoller, aber auch gefährlicher; es gibt zum großen Meer hin schroffe Klippen und kantige Felsen. Die vielen Höhlen und unterirdischen Stollen haben bei uns Nordmenschen einen tiefen Glauben an die Existenz von Zwerge und Feen hervorgebracht. Unsere bekanntesten Städte sind Sealsaidh mit dem großen Hafen und natürlich unsere Hauptstadt Kóróna mit ihrem berühmten Glockenspiel.“

Dann beginnt ja alles auf der Burg Uallach. Was könnt ihr mir da erzählen, wie sieht es dort aus und hat die Burg eine Besonderheit für euch?

Balfour: „Sie ist der Sitz der Königsfamilie in Alastríona. Da ich dort dank meiner lieblichen Reisebegleiterin eine Nacht im königlichen Kerker verbracht habe, sind meine Erinnerungen an die Burg nicht die besten.“

Meyla: „Jetzt fang doch nicht schon wieder damit an. Meine Gefühle für die Burg sind gemischt. Ich habe durchaus schöne Erinnerungen, da ich dort viele Jahre als Bibliothekarin gearbeitet habe. Allerdings gibt es ja diese hartnäckigen Gerüchte, dass es auf der Burg spukt. Und auch wenn mir selbst nie derartiges dort widerfahren ist, hatte auch ich öfter ein mulmiges Gefühl, wenn ich nachts durch die verwaisten Korridore gehuscht bin.“


Und natürlich möchte ich auch etwas über Seòras hören, besonders den Hof von euch Dunhams. Was sollte man dazu wissen?

Meyla: „Darf ich?“

Balfour (überrascht) : „Äh, natürlich, wenn du unbedingt möchtest.“

Meyla: „Es ist ein reizendes, aber sehr abergläubisches Dorf, in dem die Bewohner Hufeisen, Knochen und Wurzeln an ihren Häuschen hängen haben, um das Böse abzuwehren. Der Dunham Hof ist überaus stattlich, mit einer violetten Haustür und einem sehr ungezogenen Hund. Doch das wirklich besondere an diesem Hof, ist das heimelige Gefühl von Wärme und Geborgenheit, was einen empfängt. Noch nie habe ich mich von fremden Menschen so willkommen und aufgenommen gefühlt.“

Balfour: „Meyla, ich weiß grade gar nicht, was ich sagen soll.“

Meyla: „Dann lass mich doch einfach das letzte Wort haben.“

So, ich glaube da habe ich euch schon so einige Fragen gestellt, machen wir doch ein kleines Spiel: Ich bin für entweder-oder!
Ich gebe euch zwei Dinge vor und ihr entscheidet euch spontan, was euch mehr zusagt oder eher auf euch zutrifft!

Zu Fuß oder auf dem Pferd?

Balfour: „Auf jeden Fall zu Pferd! Auf einem Pferderücken zu sitzen gibt mir ein Gefühl von Freiheit.“

Meyla: „Zu Fuß. Ich war nie eine besonders gute Reiterin, schon das Aufsteigen macht mir Probleme, weil ich nicht grade die eleganteste Person bin …“

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?

Meyla: „Beides ist magisch!“

Balfour: „Sehe ich genauso. Sonnenauf – und untergänge sind mit die größten Wunder, die unsere Welt zu bieten hat.“

Liebe oder Freundschaft?

Beide gleichzeitig: „Liebe!“

Meer oder Berge?

Meyla: „Das Meer. Mein großer Traum ist es ja, irgendwann zur See zu fahren, vielleicht mit einem eigenen Schiff und dann die Meyla- Insel zu entdecken.“

Balfour: „Da ich vom Meer bisher leider noch nicht allzu viel gesehen habe, entscheide ich mich für die Berge. Ich mag die Ruhe und den Frieden, die man dort findet und finde den Gedanken faszinierend, wie lange es die Berge schon gibt und was sie alles erzählen könnten.“

Unter freiem Himmel schlafen oder lieber mit Dach über dem Kopf?

Meyla: „Ich habe ein Jahr lang im Elfting Wald gelebt, bin es also gewohnt, im Freien zu schlafen und muss sagen: auch wenn ein warmes Zimmer gewiss seine Vorteile hat, geht doch nichts darüber, direkt unter den Sternen zu schlafen.“

Balfour: „Da stimme ich voll und ganz zu. Wenn man morgens aufwacht und direkt in den Himmel schaut, ist das eine ganz eigene Art von Zauber.“

Sommer oder Winter?

Balfour: „Frühling. Wenn die Welt allmählich bunter wird, die Tiere aus dem Winterschlaf erwachen und über allem der Duft von Blumen, Wald und frischer Wiese liegt …“

Meyla: „Und die Kraniche kommen!“

Balfour: „Oh ja, die Kraniche! Darauf freuen wir in Seòras uns auch immer das ganze Jahr über.“

Kämpfe ausfechten oder ausdiskutieren?

Meyla: „Ausfechten!“

Balfour: „Dabei diskutierst du doch so gerne.“

Meyla: „Aber mit Pfeil und Bogen geht es schneller.“

Balfour (lacht): „Natürlich.“

So, nun habe ich euch aber glaube lange genug von eurer Reise abgehalten!

Dann gibt es nur zwei kleine Fragen noch, dann dürft ihr gehen!

Zum einen: Möchtet ihr eurer Autorin noch etwas sagen?

Meyla: „Sie soll sich mal mit dem schreiben beeilen, damit unsere Geschichte zu Ende erzählt wird. Schließlich sind wir auch neugierig darauf, wie es ausgeht. Und herzlichen Dank auch für diese schrecklich anstrengenden Haare!“

Balfour: „Sie soll mich bitte nie wieder in den königlichen Kerker stecken. Das war eine Erfahrung, auf die ich hätte verzichten können! Von Glühwürmchen, Sonnentänzen, Waldnymphen und Märchen am Lagerfeuer hätte ich dagegen gerne noch mehr!“

Und zum anderen: Möchtet ihr den Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Balfour: „Wir möchten uns auf jeden Fall für das Interesse an unserer Reise bedanken!“

Meyla: „Und raten allen, die Märchen, Natur, Fantasie und Romantik lieben, sich auch weiterhin mit den Legenden Lýsistratas zu beschäftigen. Sie werden nicht enttäuscht sein.“

Dann wünsche ich euch eine erfolgreiche Reise und hoffe, dass wir uns mal wieder hören! Es hat mich sehr gefreut, dass ihr einen Abstecher zu mir einlegen konntet!


So meine Lieben,

die beiden sind ja schon sehr interessante Charaktere. Aber da gibt es bestimmt noch viele mehr. Morgen gibt es wie immer die Buchvorstellung und die Hörschnipsel, also seid wieder dabei!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.